Vortrag

Bettina Fellmann: Zur Verteidigung der Traurigkeit. Ein erschöpftes Heft

Fr, 04.03.2022 | Beginn | Ende
Bettina Fellmann: Zur Verteidigung der Traurigkeit. Ein erschöpftes Heft
Bettina Fellmann: Zur Verteidigung der Traurigkeit. Ein erschöpftes Heft
Buchvorstellung und Diskussion
 
Evtl zusätzlich als Stream unter media.kukoon.de – Achtet auf aktuelle Ankündigungen
 
Traurigkeit wird in unserer Gesellschaft verdrängt und zum ­Krankheitssymptom erklärt, obwohl sie eine logische ­Reaktion auf die Zumutungen der ­Gegenwart ist. Bettina Fellmann formuliert die Paradoxie, dass angesichts der ­alles durchdringenden Verwertungslogik, nach der gewirtschaftet, gelebt und gestorben wird, kaum adäquate Empfindungen zum Ausdruck kommen. ­Stattdessen passen sich die Menschen an die verkehrten Gegebenheiten an und wiederholen sie in immer neuen Vari­ationen. Das Erleben von Traurigkeit dagegen stärkt die Kritik an jenen Verhält­nis­sen, an denen Menschen zer­brechen. Ein Aufsatz über Anpassung, Entfremdung und Erfahrung – zur Vertei­digung der Traurigkeit. 

Mit Illustrationen und beiliegendem Plakat von Rebekka Weihofen. Rebekka Weihofen (*1991) arbeitet freischaffend im Bereich Illustration und Graphik. Sie beschäftigt sich unter anderem mit der Abbildbarkeit von Ab­sur­dität und Innen­welten und ist (fast) ­immer müde.
 
Bettina Fellmann (*1978) arbeitet seit 1998 als Krankenschwester. Nach längerem Aufenthalt in Berlin kehrte sie 2015 nach Franken zurück. Sie beschäftigt sich u. a. mit kritischer Theorie, wundert sich oft über die Praxis und schreibt Gedichte, Politisches und Philosophisches. Bisherige Veröffentlichungen in Ästhetik & Kommunikation, Jungle World, diversen DIY-Magazinen und im Internet auf zweifelunddiskurs.blogsport.de.

Zur Verteidigung der Traurigkeit erscheint als Maro Heft Nr 5. Neben der Heftvorstellung von Bettina Fellmann werden Sarah Käsmayr und Kolja Burmeister vom Maro Verlag zudem in einem weiteren Teil des Abends das Maro Heft 6 vorstellen: Talking ’bout Your Generation – Wie die Welt den Bach runtergeht und dabei das Meer überläuft. Ein katastrophales Heft
 
68 dröhnte aus den Lautsprechern:  I’M NOT TRYING TO CAUSE A BIG SENSATION. I’M JUST TALKING 'BOUT MY GENERATION. Ihr wolltet also nicht viel Aufsehen erregen, sondern nur ein bisschen reden? Na dann reden wir jetzt mal! In den letzten 50 Jahren hat sich der Tierbestand auf der Welt halbiert. Urwald auf einer Fläche von fast ganz Europa wurde zerstört. Tödliche Grenzen, Erderhitzung, Ausbeutung, Landraub, Trinkwassermangel: Wie konnten sich solche Entwicklungen derart verschärfen – ausgerechnet in der Wirkungsspanne der »68er-Generation«, die sich als besonders solidarisch und nachhaltig versteht?  
Maro Heft #6 sucht in 13 Fakten nach Zusammenhängen und Antworten. Dabei wird auch der Bericht des Club of Rome von 1972 kritisch unter die Lupe genommen. Wachstum müsse begrenzt werden, hieß es dort. Aber nicht sofort und auch nicht grundsätzlich. Das System mit seiner Ausbeutung von Mensch und Natur, Profitzwang, Eigentum und kolonialistischen Herrschaftsverhältnissen, sollte nicht angetastet werden. Zeit für eine Bilanz.
 
Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon.